Lifestyle

Den eigenen Stil zu finden bedeutet Sicherheit. Sicherheit im Innen wie im Außen, ein gutes Gefühl zwischen Innenleben und Außenwirkung. Doch ist es nicht immer ganz einfach, den eigene Stil wirklich zu kreieren, denn es gibt unheimliche viele Ablenkungen, Glaubenssätze und Einflüsse, die uns verunsichern und uns dazu anhalten uns selbst zu hinterfragen. Mal ganz davon abgesehen, dass wir visuell so stark überreizt sind, dass wir immer wieder neuen Eindrücken nachgehen die eigentlich nichts mit uns zu tun haben.

 

In diesem Beitrag erkläre ich

  • die Wirkung zwischen Selbstbild und Idealbild und was das mit unserem Stil macht
  • Wonach sich unser Stil richtet
  • Wie wir Trends besser nutzen können
  • welche ersten Schritte gut funktionieren

Dein Stil ist immer eine Mischung aus dem Bild, das du aktuell von dir selbst hast (Selbstbild) und dem was du gern wärst (Idealbild). Man kann an deinem Stil also ziemlich genau erkennen, was du selbst über dich denkst und wie du zu dir stehst. Wenn wir uns deinen Kleiderschrank zusammen ansehen, dann erkennen wir viel über dein Selbstvertrauen, deine Klarheit und deine Prioritäten. Denn Stil ist zwar etwas, was wir oft unbewusst zusammen stellen und genau daher liegt darin auch so viel Wahrheit.

Wir erkennen aber auch, welches Potential in dir schlummert und was das Idealbild von dir selbst ist. Ungetragne Kleidungsstücke, besonders auffällig andere Teile oder Dinge die du in Zeitschriften immer wieder bewunderst aber selbst nicht nutzt. Wenn dein Stil nicht zu deinem Idealbild passt, stellen sich oftmals negative Emotionen ein. Gefühle wie Unzulänglichkeit, Frust, Entmutigung und Traurigkeit. Du hast dann das Gefühl einfach nicht daran zu kommen, wer du eigentlich gern sein möchtest. Es sind Gefühle die dich selbst in Frage stellen, nicht mehr nur deinen Stil. Daher ist es besonders wichtig zu erkennen, was dein Idealbild ist und warum.

Passt dein Stil nicht mehr zu deinem Selbstbild, ist das oft sehr viel leichter zu ertragen, denn die Emotion richtet sich nicht gegen dich sondern gegen deine Kleidung. Du merkst dann, dass das alles nicht mehr zu dir passt, dass du einen neuen Anstrich benötigst. Das ist der Punkt, an dem du emotional aus deinen Sachen raus gewachsen bist und dir aktiv eine Veränderung wünscht.

Es ist also bei der Stilfindung enorm wichtig zu erkennen, was dein aktuelles Selbstbild und was dein Idealbild darstellt. Denn die Verschmelzung dieser Beiden wird dich empowern und langfristig zufrieden stellen. Und dabei ist zu beachten, dass sich das Idealbild immer wieder weiterentwickelt. Dein Stil ist also immer auch einem Entwicklungsprozess unterworfen und will sich mit dir zusammen verändern.

 

Unser Stil entsteht

Stil richtet sich an unserer Identität aus. Schau hierzu gern auch nochmal das Monatsthema vom Januar an. All das was wir kennen, was uns prägte und was wir als „gut“ angenommen haben wird in unseren Stil integriert. So können wir sehr gut erklären, warum Menschen in anderen Ländern und Kulturen ganz andere Kleidung tragen als wir.

Unser Stil wird aber auch zu einem großen Teil aus Bildern geprägt die wir sehen. Und genau darin liegt das Problem unserer heutigen Zeit.

Die Bilder die wir sehen sind nicht nur konfus und widersprechen sich, sie setzten die Messlatte was ein „normales“ Aussehen angeht viel zu hoch.

So ist es unrealistisch, dass wir morgens schon mit einer glowy Haut aufstehen oder dass wir als Mütter in feinen Seidenblusen in Größe S und hohen Hacken durch die Gegend wackeln und einfach alles Vereinbaren was uns da begegnet.

Unser Stil wird besonders seit Beginn der Nullerjahre extrem durch Werbebotschaften beeinflusst. Das alles hat dazu geführt, dass wir unseren Kleiderkonsum seitdem mehr als verdoppelt haben, schlechtere Qualität in Kauf nehmen und uns bewusst oder unbewusst von Trends leiten lassen. Das alles ist nicht nur schädlich für unseren Stil, es schadet auch unserem Selbstwertgefühl. Denn wir kommen niemals an.

Unser Stil muss sich erholen. Wir müssen uns erholen. Corona gibt uns gerade die Gelegenheit dazu. Wir gehen weniger aus dem Haus, haben weniger Möglichkeiten shoppen zu gehen und „brauchen“ weniger Outfits. Daher sollten wir es unbedingt vermeiden, unser Verhalten nun Online auszuleben. Denn im Onlinehandel ist die Beeinflussung durch schöne Bilder noch sehr viel extremer als im Einzelhandel. Große Marken wie AboutYou zeigen uns Starlooks, die wir 1:1 in den Warenkorb legen können, ob das zu uns passt oder nicht. Wir können Lookbooks ansehen, neue Kollektionen erforschen und bekommen immer auch Sachen angeboten, die uns auch gefallen könnten oder die Andere mit gleichen Interessen auch gekauft haben. Wenn wir uns so beeinflussen lassen werden wir niemals unseren eigenen Stil finden. 

Wie können wir Trends und Bilder besser nutzen?

Wenn wir auf einen Trend oder ein Bild besonders anspringen bedeutet das, dass uns irgendetwas daran reizt. Es ist also ein Hinweis auf unser Idealbild. Nun ist es wichtig zu erkennen, was genau es ist. Was genau spricht dich an diesem Trend an?

Magst du die Farbe, die Textur, den Lifestyle der damit verbunden ist? 

Spiele Sherlock Holmes und erkunde genau, was dich daran so fesselt. Vielleicht ist es einfach nur die Kombination von Farbe und du hast ähnliches eh schon im Schrank. Vielleicht liefert es dir einen Hinweis auf Materialien, die du gern mehr nutzen würdest. Vielleicht steckt auch ein Lebensgefühl dahinter, welches du dir wünscht und nicht durch Kleidung erreichst.

Passt dieses Teil wirklich in deinen Stil oder findest du es nur schön?

Manchmal finden wir Dinge schön, sie haben aber nichts in unserem Kleiderschrank zu suchen. Ich z.B. liebe bestimmte Farben die mir aber einfach nicht stehen. Oder ich finde manche Prints an Anderen mega, zu mir passen sie aber einfach nicht. Sowas kann ich toll finden, muss es aber nicht haben. Vielleicht packe ich es als Sofakissen auf mein Sofa oder hänge ein Bild mit ähnlicher Grafik auf. Es muss nicht immer als Kleidungsstück in meinen Schrank einziehen. Ich kann es auch einfach nur bewundern.

Würde es einen Mehrwert für dich darstellen das zu besitzen?

Ist es ein Teil, was ich mit meinen Sachen gut und oft kombinieren kann? Gibt es Anlässe zu denen ich es anziehen möchte? Ist es langfristig eine Investition wert, egal was es tatsächlich kostet? Und ist es das Teil Wert, für sehr lange Zeit in meinen Kleiderschrank einzuziehen? Bei synthetischen Stoffen kannst du dir auch bewusst machen, dass dieses Teil nie wieder die Welt verlassen wird und ob es das wirklich Wert ist.

Stilvorbilder

Außerdem können wir Menschen als Stilvorbilder wählen, die uns inspirieren und die wir gut finden. Hier können wir genau erforschen, was genau wir gut finden und was davon wir übernehmen möchten. So werden einige wenige Stilvorbilder zu langfristigen Ratgebern und wir können aufhören Trends und Influencern nachzujagen.

 

Erste Schritte die gut funktionieren

  1. Shopping Pause

Nimm dir vor, einen bestimmten Zeitraum gar nichts zu kaufen. (Außer es ist dringend erforderlich wie Winterschuhe oder Unterhosen) Diese Pause ermöglicht es dir, wieder klarer zu sehen

2. Den eigenen Schrank nutzen

Gehe deinen Schrank mal genau durch und erforsche was da drin steckt. Welche Materialien benutzt du gerade? Schaue dir mal die Etiketten an, da steht es genau aufgeschlüsselt drauf. Welche Materialien fühlen sich gut an, welche magst du nicht? Welche Kombinationen trägst du besonders gern? Welche Farben tun dir gut? Was könntest du mal mit deinen Sachen ausprobieren?

 

3. Eine Stilcollage anlegen

Wenn du dir mal Zeit nimmst und dein Selbstbild und dein Idealbild ansiehst wirst du feststellen, worin der Kern deines eigenen Stil liegt. Es ist hilfreich dazu eine Collage anzufertigen mit Bildern, die dir gut gefallen. Du brauchst dazu:

  • Zeitschriften
  • DIN A3 Blatt
  • Schere
  • Kleber
  • Zeit
  • gute Musik
  • eine Tasse Tee

Erstelle eine Collage an Outfits, Farben, Kombinationen oder auch Menschen die dir gefallen und die dich inspirieren. Schau dir dieses Board ganz genau an und erkenne deinen roten Faden in all dem. Die Kombination aus diesen Stilen und Menschen, das ist/ wird dein individueller Stil.

Hast du das Gefühl du brauchst Hilfe bei der Umgestaltung deines Stils? Dann schau gern hier einmal nach.

 

 

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