Wie wollen wir als Mensch in dieser Welt wirken?

Und ich meine nicht nur den äußeren Schein. Ich meine eine tiefe Wirkung, die sogleich auch etwas BEwirkt und uns hilft in dieser Welt zu wirken.

Wenn wir über Wirkung sprechen kommen wir immer schnell an äußeren Faktoren an. Wir sprechen über das Image, das Aussehen und über Bewertungskriterien. Denn wir alle sind diesem System von Bewertungen unterworfen. Wir alle bewerten unsere Mitmenschen und wir alle werden bewertet. Diese Wertung ist immer auch davon abhängig, was in meinem Inneren vor sich geht. Was denke ich über mich und die Welt? Genau das wende ich auch auf mein Gegenüber an und bewerte diese Person nach meinen Vorstellungen. Leider ist dieser Prozess mit allem was dahinter steht sehr unbewusst und wir können ihn ohne innere Arbeit kaum durchschauen.

Innere Arbeit

Als ich mit Anfang 20 das erste mal mit meiner Wirkung beschäftigte, landete ich ohne Umschweife im Außen. Ich hatte sehr jung eine ziemlich verantwortungsvolle Aufgabe in der Arbeitsvermittlung bekommen und musste lernen mich zu behaupten. Als junge, eher schüchterne Frau mit doch eher jugendlichem Aussehen war das eine ziemliche Herausforderung für mich. Ich durfte  damals an einem Coaching teilnehmen zum Thema „souveränen Auftreten„. Natürlich sprachen wir in diesem Kurs über Körperhaltung und Stimme. Wir sahen uns das Modell über die Entstehung des ersten Eindrucks und nonverbale Kommunikation an. Nach diesem Modell werden 97% unserer Wirkung auf Andere über nonverbale Kommunikation gesteuert und nur 3% macht das gesprochene Wort aus. Mir war also klar, ich muss etwas an meinem Äußeren verändern, damit ich eine stärkere Wirkung erziele. (!Achtung, großer Denkfehler!)

Die Wahrgenommene Kompetenz ist nur ein Schatten

Nach dem Seminar nahm mich die Kursleiterin besorgt zur Seite und sagte mir, dass sie mir gern noch ein paar Tipps geben möchte da ich sehr jung in diesem Job bin und wirke. Hier die Tipps, die ich damals bekam:

  • Ich benötige Schulterpolster in meinen Blazern, damit ich eine souveränere Haltung habe
  • Eine Brille steigert meine wahrgenommene Kompetenz. Ich kann mir ein Modell mit Fensterglas besorgen, das wäre sehr hilfreich
  • Wenn ich meine Haare dunkler färben würde, könnte ich ein bisschen erwachsener wirken

Bei all diesen Tipps hatte sie mit einem Punkt recht. All das kann die wahrgenommene Kompetenz steigern. Wir können mit Korrekturen im Außen eine Hülle erschaffen, die kompetenter wirkt und mir das auch gleichzeitig nach Innen sendet. Denn ich kann mich durchaus in einem Blazer wirkungsvoller fühlen, als in einem Strick Cardigan.

Die äußere Gestaltung kann mich wie eine Rüstung schützen. Aber dann hält sie auch genau so alles zurück, was ich bin.

Ich versuchte also viel über Kleidung zu retten. Und es funktionierte auch ein Stück weit. Das Problem bei der Steigerung der wahrgenommenen Kompetenz ist allerdings, dass wir uns verkleidet fühlen. Irgendwann kam ich mir vor wie eine Betrügerin. Ich gab vor, jemand zu sein der ich eigentlich gar nicht war. Und vor allem lebte ich Werte, die meinen widersprachen. Heute weiß ich, was mir damals gefehlt hat. Ich kann meine Wirkung im Außen nicht nachhaltig steigern, wenn ich das Innen nicht stärke.

Ausstrahlung

Außen und Innen gehen Hand in Hand

Wenn ich mich äußerlich stärke, muss auch eine innere Entwicklung folgen. Wenn ich mich innerlich entwickle und reife, möchte ich das auch im Außen zeigen und wirken lassen. Wir benötigen beide Prozesse! Hat lange gedauert, bis ich das entdeckt habe.

 

Die äußere Wirkung hat immer auch etwas mit der inneren Haltung zu tun.

 

Was wir also wirklich tun können, wenn wir selbstbewusster und wirkungsvoller auftreten möchten ist die Kombination aus innerer Arbeit und äußerer Gestaltung. Wir wirken kompetent, wenn wir uns so fühlen. Dazu ist es notwendig, dass wir uns besser kennen lernen. Wir müssen unsere Ängste und Bedenken verstehen und vor Allem müssen wir erkennen, nach welchen Mustern wir reagieren. Denn wir alle folgen erlernten Mustern und Verhaltensweisen, die wir irgendwann gelernt haben. Die uns mittlerweile aber mehr schaden, als dass sie uns dienen. Diese inneren Muster versehen uns mit Selbstzweifeln und der Angst nicht gut genug zu sein oder nicht zu sagen zu haben.

Ich gebe dir mal ein Beispiel:

Du hast vielleicht als Kind gelernt, dass du still sein sollst, wenn sich die Erwachsenen unterhalten. Damit hast du nicht nur gelernt, dass du Ruhe gibts wenn „Vorgesetzte“ etwas besprechen sondern auch, dass deine Meinung nichts zählt. Damit hast du Gefühle verbunden wie z.B. Minderwertigkeit, Scham, Ärger, etc. Du warst dann entweder still, beschämt oder aber bis laut geworden und hast getobt. Dein Gefühl, z.B. Minderwertigkeit hat sich einen Ausdruck nach Außen gesucht, z.B. bist du rot geworden, still geworden, etc.

Heute reagierst du oftmals noch genauso wie damals, als Kind. Allerdings fällt es dir nicht mehr auf. Falls du ein eher schüchternes Kind warst, fällt es dir vielleicht noch immer schwer, in Situationen mit Vorgesetzten deine Meinung zu vertreten. Du assoziierst den Vorgesetzten mit einer höheren Stellung und hast gelernt, dass du in dieser Rolle zurückhaltend sein musst.

Warst du eher ein impulsives Kind, neigst du vielleicht auch heute noch zu rebellischen Ausbrüchen in ähnlichen Situationen. Der Punkt ist, dass dir dieses Verhalten und die dahinter liegenden Glaubenssätze heute nicht mehr dienen. Sie blockieren dich in deiner Entwicklung. Daher macht es Sinn, sich selbst besser kennen zu lernen und an diesen Limitierungen zu arbeiten. Du wirst viel eher verstehen, warum du dich zurück nimmst und was dahinter steckt. Und nur dann kannst du wirkungsvoll etwas verändern. Nur dann kannst du es von Innen nach Außen wandeln.

 

Fake it until you make it

Aus meiner Sicht ist dieser Spruch reine Selbstignoranz. Wir gehen über unsere inneren Überzeugungen hinweg und bauen eine Fassade auf. Eine Fassade die den Stürmen in Beruf und Alltag niemals auf Dauer Stand halten kann.

 

Äußerer Glanz brauch innere Haltung

 

Hier meine 3 Steps, wie du von Außen nach Innen kommst:

#1 Erkennen- So entdeckst du deine Rüstung 

Wie ich schon angedeutet habe, passieren viele deiner täglichen Handlungen unbewusst. Auch die Wahl deiner Outfits verläuft so. Vielleicht war dir bisher gar nicht bewusst, dass du dich in dieser Rüstung der wahrgenommenen Kompetenz befindest. Und vielleicht merkst du gerade, dass du diese Rüstung doch irgendwie kennst. Folgende Fragen kannst du dir dann stellen:

  • Welche Outfits trage ich nur, weil ich denke ich muss souverän wirken?
  • Für welche Teile gebe ich immer wieder Geld aus, obwohl ich sie eigentlich nicht brauche oder schätze? Bsp. teure Accessoires wie Uhren, Schuhe, Handtaschen
  • Was trage ich, wenn ich jemanden beeindrucken will?

#2 Umdenken – Stelle dir andere Fragen 

Wenn du an dein Aussehen denkst, dann kannst du dir zwei Arten von Fragen stellen. Entweder beschäftigen sich deine Fragen mit dem, was im Außen von dir erwartet wird. Oder aber sie beschäftigen sich damit, wie du dich in deinen Looks fühlen möchtest. Beides ist extrem unterschiedlich in der Wirkung. Du wirst vielleicht merken, dass die erste Art von Fragen ein bisschen zäher und anstrengender ist. Bei der zweiten Art von Fragen tun sich ganz neue Ideen auf.

Welche Fragen stellst du dir?

Wie will ich wirken?

Was kommt gut an?

Was wird von mir heute erwartet? 

Diese führen dazu, dass du die Verantwortung an dein Außen abgibst. Und das kostet deine Kraft.

Oder stellst du dir Fragen nach deinem Inneren:

Wie möchte ich mich in meinem Outfits fühlen?

Wie sieht heute mein perfektes Outfit aus?

Welche Farbe brauche ich heute?

Wenn du beginnst, dir diese Fragen zu stellen macht das etwas mit deiner inneren Haltung. Du übernimmst Verantwortung dafür, wie du in die Welt hinaus gehst und verleihst dir damit neue Kraft.

 

#3 Klarheit- Vermeide vorgegebene Trends und erschaffe deine eigenen Must haves 

Unser Hang nach Modernität ist etwas, dass extrem mit inneren Glaubenssätzen behaftet ist. Sind wir wirklich nur modern, wenn wir Trends tragen? Die gesamte Modebranche richtet sich nach diesem Hang und entwirft immer schneller immer neuere Trends. Und wenn du dir das nicht bewusst machst, dann kann es passieren, dass du Teile kaufst die du eigentlich gar nicht gebrauchen kannst. Und die vielleicht auch gar nicht zu dir passen. Ich habe bisher fast in jedem Kleiderschrank diese Teile gefunden, die zwar teuer waren, aber kaum getragen wurden. Beginne damit, Trends ganz bewusst zu vermeiden und dir zu überlegen, welche Dinge dir wirklich entsprechen. Was gefällt dir wirklich gut? worin gefällst du dir? Was kaufst du eigentlich nur, weil du denkst das bräuchte man jetzt?

 

Ich hoffe ich konnte dir damit ein paar wertvolle Einblicke in meine Arbeitsweise geben und dich inspirieren, dich von Innen nach Außen zu stärken. Um sicher und authentisch in deinem Beruf und Alltag zu wirken.

 

Alles Liebe, Dunja

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